WESTSIBIRIENS MOORSYSTEME

 

Moore sind intrazonale (über mehrere Klimazonen reichende Landschaftsbildungen) Landschaften. Sie zeichnen sich durch starke Vernässung, eine besondere Vegetation und die Böden durch Torfakkumulation aus. Moore entstehen durch Verlandung von Teichen und Seen oder durch Versumpfung des Landes. Man unterscheidet zwei Moortypen: das Niedermoor und das Hochmoor.


Moore- und Torfhaupttypen

Niedermoore haben die Verbindung zum nährstoffreichen Grundwasser und zu mineralischen Böden (Grund). Das Niedermoortorf besteht aus > 30% organischem Material, es ist zersetzt und relativ nährstoffreich.

Hochmoore haben keine Verbindung zum nährstoffreichen Grundwasser und zu den mineralischen Böden, sie werden nur vom nährstoffarmen Regenwasser gespeist. Sie werden auch als Regenwassermoore bezeichnet. Das Hochmoortorf besteht aus > 30% organischem Material, es ist mittel oder schwach zersetzt und sehr nährstoffarm.


Hierarchische Raumstruktur der Moorlandschaften

Moor-Makrolandschaft (Moorsystem): Beschreibt Vereinigung von mehreren Moormassiven als Ergebnis von horizontalem (radialem) Moorwachstum.
Moor-Mesolandschaft (Moormassiv): Besteht aus mehreren Moormikrolandschaften. Entwickelt sich aus einem Zentrum.
Moor-Mikrolandschaft: Konkreter Standort (Habitat). Niedrigste räumliche Einheit des Moores.


Haupttypen der Moor-Mikrolandschaften

Die Moor-Mikrolandschaft ist die niedrigste räumliche Einheit des Moores und wird durch Vegetation, Mikrorelief, Wasserregime, Boden, Torfart, usw. charakterisiert . Sie kann homogen oder gleichmäßig heterogen sein.
Man fasst alle Moor-Mikrolandschaften Westsibiriens in 5 Gruppen zusammen:
1 - Waldmoore, 2 - Mooswaldmoore, 3 - Moosmoore, 4 - Moosgrass- und Grassmoore, 5 - komplexe Moore


Waldmoor-Mikrolandschaften

Werden durch eine Baumschicht mit einer Höhe von 4-10 m charakterisiert. Die Waldmoor-Mikrolandschaften sind nur auf einem kleinen Teil der Moorfläche der Region zu finden. Sie entwickeln sich an den Randgebieten von großen Mooren und an Flüssen.


Moos-Wald - Moor-Mikrolandschaften

In diesen Landschaften findet man sowohl Bäume, als auch Moose. Im Gegensatz zu Waldmoor-Mikrolandschaften ist die Baumschicht aufgrund der schlechten Wachstumsbedingungen nur schwach ausgebildet. Die Bäume (meist Kiefer und Sibirische Zeder) werden 3-4 m hoch.


Moos-Mikrolandschaften

Sie werden durch eine gut entwickelte Moosdecke aus Sphagnum-Arten charakterisiert, die hauptsächlich die torfbildenden Pflanze bilden. Moos-Mikrolandschaften findet man am Rand von Hochmooren.


Moos-Gras- und Grasmoor-Mikrolandschaften

Typisch für sie sind Moose und Gräser. Hauptsächlich findet man Seggen, Wollgras und Sträucher.  Die häufigsten Moosarten sind Sphagnumarten (Sphagnum fuscum, Sph. angustifolium, Sph. magelanicum). Zu diesen Mikrolandschaften gehören Topi, die typisch für das Wasjuganmoor sind. Sie sind sehr nasse Moorgebiete mit ausgedünnter Gras- und Moosdecke. Der Torf ist wassergesättigt


Komplexe Mikrolandschaften

Sie nehmen einen großen Teil der Moorfläche der Taigazone ein und werden durch ein besonderes Mikrorelief charakterisiert -  engen, langen Dämmen und Senken, die quer zur Neigung des Moores ausgebildet sind. Die Form dieser Dämme und das Verhältnis zwischen Dämmen und Senken ist stark abhängig von der Neigung der Mooroberfläche. Je geringer die Neigung ist, desto breiter sind die Senken.


Charakteristik der Moorzonen Westsibiriens



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