WESTSIBIRIEN


Als Westsibirien wird der westliche Teil Sibiriens bezeichnet, der sich von Ural im Westen bis zum Jenissei und dem Zentralsibirische Bergland erstreckt. Nördlich wird das Gebiet durch die Kara-See und südlich durch die Kasachische Schwelle und den Ausläufern des Altai-Gebirges begrenzt. Den größten Anteil bildet die Westsibirische Tiefebene mit einer Fläche von etwa 2,4 Mio. km². Die Metropole Novosibirsk liegt am Mittellauf des Ob und ist mit etwa 1,5 Mio. Einwohner die größte Stadt in Sibirien.

In Westsibirien herrscht ein ausgeprägtes Kontinentalklima, das durch große jahreszeitlich bedingte Temperaturschwankungen geprägt ist. Die sehr kalten und trockenen Winter werden durch warme und sonnenreiche Sommer abgeblöst.

Die Lage in einem Becken und die hydrologischen Bedingungen der beiden Hauptflüsse Ob und Irtysch führen zu einer schlechten Versickerung und begünstigen eine Moorbildung. Durch Schnee- und Gletscherschmelzen kommen große Mengen an Hochwasser hinzu, die mehrere Monate andauern können. Auch die späte Tauphase im Norden führt zu einem gehemmten Abfluss im gesamten Becken.

Die westsibirische Tiefebene besitzt den höchsten Vermoorungsgrad Russlands und ist vor allem im Gebiet der Taiga durch ein riesiges Netz an Seen geprägt. Von Nord nach Süd ist in Westsibirien eine Abfolge von Mooren der Tundra, Waldtundra, Taiga, Waldsteppe und Steppe vorzufinden. Der Reichtum an Moortypen weist eine einmalige Vielfalt an Mikro-, Meso-, und Makrostrukturen auf.

 

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