VEGETATIONSFORMEN


Tundra
Die Tundra ist ein durch Permafrost gekennzeichneter Landschaftsgürtel zwischen den arktischen Kältewüsten und dem borealen Nadelwald. Die Niederschläge sind meist höher als die Verdunstung. Die Mächtigkeit des Permafrostes innerhalb von Westsibirien beträgt ca. 200-600m. Das Wort Tundra entstammt dem finnischen Wort "tunturi" und bedeutet "waldfreie Hochfläche" (CHERNOV 1985).

Die Arktische Tundra
Die Arktische Tundra befindet sich auf den nördlichen Teilen der Halbinseln Jamal und Gydan. Das Gebiet besitzt mehr als 50% nackte Bodenoberfläche und ist von einer mosaikartigen Vegetation bedeckt. Die Pflanzen bilden einzelne Polster, dazwischen ist die Oberfläche vegetationslos. Man spricht daher auch von der "Fleckentundra".


Die Moos-Flechten-Tundra

Die Moos-Flechten-Tundra findet man in den zentralen Teilen der Halbinseln Jamal und Gydan. Es werden drei Vegetationsstockwerke unterschieden. Zum einen die Strauchschicht mit Zwergbirken (Betula nana), Weiden (Salix) und der Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), zum anderen die Gräser und Kräuter sowie die Moose und Flechten. Die Vegetationsdecke ist fast geschlossen.


Die Zwergstrauch-Tundra

Die Zwergstrauch-Tundra ist ähnlich aufgebaut wie die Moos-Flechten-Tundra, jedoch überwiegt die Strauchschicht. Am weitesten verbreitet sind Birken (Betula) bis 1,5 m Höhe auf einer dichten Grasdecke. In versumpften Niederungen kommen 15-30 cm hohe Weiden sowie der Sumpfporst (Ledum palustre), die Rauschbeere (Vaccinium uliginosum) und die Preiselbeere (Vaccinium vitis ideae) vor.


Taiga

Das Wort "Taiga" kommt aus den Turksprachen und ist ursprünglich mongolischer Herkunft (GERLOFF 1995). Es bedeutet "dunkelnadeliger Gebirgswald". Heute wird der Begriff als zusammenfassende Bezeichnung für die borealen Nadelwälder der gemäßigten Breiten und der Nadelwaldzone des nördlichen Eurasiens genutzt. Die Taiga Westsibiriens bildet einen 1100-1300 km breiten Streifen und nimmt ein Gebiet von 1,8 Mio. km² ein. Unterteilt werden 3 Subzonen: nördliche, mittlere, südliche. Sie unterscheiden sich in klimatischen Bedingungen (Wärmemenge, Feuchtigkeit) und daher in der Vegetation und den Böden.


Steppenzone

Der Begriff Steppe stammt aus dem Russischen und man versteht darunter Gebiete, die überwiegend eben und weitgehend hochwasserfrei sind (BERG 1959, S. 1).


Waldsteppenzone

Die Waldsteppe besitzt Übergangscharakter v.a. in Bezug auf das Klima. Dieses wandelt sich vom feucht-winterkalten Waldklima zum trocken-heißen Steppenklima. Das Klima der Waldsteppe ist kontinental geprägt. Die durchschnittliche Julitemperatur steigt hier auf über 18°C. Es gibt ca. 120 frostfreie Tage und es fallen 500 mm Niederschlag im Jahr. Die Vegetation ist durch einen Wechsel von Waldstücken, lichten Birken-Pappelwäldern und Wiesen gekennzeichnet. Periodisch auftretende Feuer schädigen die nachwachsenden Bäume. Wiesensteppen sind heute fast vollständig zu landwirtschaftlichen Nutzflächen geworden.


Federgrassteppe

Die Steppenvegetation ist äußerst artenreich, auf 100m² kann man bis zu 120 verschiedene Arten von Blütenpflanzen zählen. Eine wichtige Pflanze ist das Federgras (v.a. Stipa capillata, S.krilovii), daher der Name Federgrassteppe.

 

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